EMC – ElektroMobilitätsClub

Begegnung mit einem Golf ohne Verbrennungsmotor

Sind Elektroautos für den Exekutiveinsatz brauchbar? Die Herausforderung ist groß, diese Frage bei einem Fuhrpark von 6.000 Autos mit einer Kilometerleistung von 130 Millionen im Jahr zu beantworten. Ein Versuch. Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Thema E-Mobilität.

Zu hören ist er nicht, so leise startet er. Zu erkennen ist er an den blauen Zierleisten in den LED-Scheinwerfern. Und zu wissen, dass Kurven und ein Berg vor mir liegen, lassen mich schnell an die Entfernung denken, die er laut Herstellerangabe mit einer vollen Akkuladung zurücklegen kann: knapp 300 Kilometer. Na ja, eine Angabe unter Laborbedingungen halt, denke ich. Doch wie sieht das in der Praxis aus mit dem E-Golf? Gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung IV/1 (Technische Ausrüstung) im Innenministerium, Generalmajor Ing. Peter Skorsch, mache ich mich auf den Weg und verlasse Wien Richtung Leithagebirge.

KIRAS-Studie

“Reichweite und Ladung fallen einem sofort ein, wenn man über Elektroautos redet”, erzählt der Abteilungsleiter. “Dabei gibt es viele weitere Themen, die gerade für uns als Institution Polizei sehr wichtig sind.” Und weil das Thema E-Mobilität so breit und auch tief technologisch sei, sei nach Gesprächen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie beschlossen worden, es in Form einer KIRAS-Studie zu behandeln. “Wir haben uns Partner gesucht, die Zustimmung von der Ressortleitung eingeholt und werden das Vorhaben in den kommenden Wochen einreichen.” Im September 2018 soll die Studie starten und ein Jahr lang laufen. “Die Zeit, bis zum Start der Studie, wollen wir nützen und Erfahrungen mit dem Auto sammeln”, sagt Skorsch.

Nun gut, wie fährt sich der Spitzenreiter in der Kompaktklasse als E-Version? Sehr angenehm, stelle ich fest. Und damit meine ich, wirklich angenehm. Er ist gleichmäßig und leise in der Anfangsbeschleunigung und verliert nur langsam an Geschwindigkeit, wenn man den Fuß vom Gaspedal, äh, vom Beschleunigungspedal nimmt. Und nicht nur der Motor ist innen nicht zu hören, auch keine Windgeräusche dringen von draußen nach drinnen. Ich suche die Tankuhr, einen Drehzahlmesser. Fehlanzeige, eh klar, ein E-Golf! Ich finde eine Akku- und eine Ladeanzeige – volldigital. Angezeigt auf drei Displays, sehe ich, wie viele Kilometer ich noch fahren kann, nur anfangs etwas verwirrend. Das serienmäßig eingebaute Radio-Navigationssystem (“Discover Pro”) nutzt die Daten einer Strecke, um Strom zu sparen, aber auch, um Ladestationen anzuzeigen. Apropos laden – während ich mich frage, wo ich Strom laden kann, parken wir den E-Golf in Schwechat auf dem Parkplatz eines McDonald‘s ein. Gerd, der Fotograf, stößt dazu. Noch bevor wir ins Lokal gehen, sehen wir eine Gleichstrom (DC)-Ladesäule am Parkplatz des Restaurants. Wie praktisch, wir parken um, stecken an.

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Foto: BMI Gerd Pachauer / Text: Reinhard Leprich