Kurz gesagt: eine Buchse, zwei Stecker
Bei praktisch allen aktuellen Elektroautos in Europa ist die Sache entschieden: Am Auto sitzt eine einzige Ladebuchse – CCS Combo 2 („Combined Charging System“). In sie passen zwei verschiedene Ladestecker: der Typ-2-Stecker fürs normale Laden (AC) und der CCS-2-Stecker fürs Schnellladen (DC). Alles andere ist Geschichte oder Exot.
Typ-2-Stecker (AC)
- Der EU-Standard für Wechselstrom-Laden
- Zu Hause an der Wallbox: meist 11 kW (bis 22 kW)
- An öffentlichen AC-Säulen in Stadt & Parkhaus
- Ladezeit: einige Stunden – ideal über Nacht oder beim Einkaufen
- Kabel meist selbst mitbringen (liegt im Kofferraum)
CCS-2-Stecker (DC)
- Der EU-Standard für Gleichstrom-Schnellladen
- An Autobahn- und Schnellladeparks: 50 bis 400 kW
- Nutzt den Typ-2-Bereich der Buchse plus die zwei DC-Kontakte darunter
- 10–80 % je nach Auto in 18–40 Minuten
- Kabel hängt immer fix an der Ladesäule
Eine Buchse, zwei Stecker – so funktioniert CCS Combo 2
AC · Typ 2DCDer Typ-2-Stecker belegt nur den oberen Bereich der Buchse.
AC oder DC – was passiert da eigentlich?
AC steht für Wechselstrom – der Strom, den jeder zu Hause hat. Beim AC-Laden wandelt das im Auto eingebaute Onboard-Ladegerät den Strom für den Akku um. Diese Ladegeräte arbeiten mit einem Wirkungsgrad von 95 % und mehr, sind aber bewusst moderat dimensioniert, um Kosten und Gewicht zu sparen – deshalb die überschaubaren Ladeleistungen beim AC-Laden.
DC steht für Gleichstrom, mit dem der Akku direkt geladen wird. Die aufwendige Ladetechnik steckt hier nicht im Auto, sondern in der Schnellladesäule – darum sind hohe Ladeleistungen möglich und das Auto ist in kurzer Zeit wieder voll. DC-Schnellladestationen gibt es flächendeckend in ganz Österreich.
⏱️ Ladezeit-Rechner
Batteriegröße: 60 kWh Wo lädst du?Überschlagsrechnung inkl. typischer Ladeverluste (AC ~10 %, DC ~5 %). Real hängt die Zeit von Ladekurve, Temperatur und Fahrzeug ab – bei DC sinkt die Leistung ab ~80 % deutlich. Ladekosten: EMC-Mitgliedertarife der Linz AG – PARTNER ohne Grundgebühr (AC 0,51 / DC 0,61 €/kWh), MORE POWER mit 7,50 € Grundgebühr/Monat (AC 0,39 / DC 0,49 €/kWh). Alle Preise inkl. USt.
Welcher Stecker wann? Die Praxis-Übersicht
| Situation | Stecker | Typische Leistung | Ladezeit-Gefühl |
|---|---|---|---|
| Zu Hause an der Wallbox | Typ 2 | 11 kW | über Nacht voll |
| Öffentliche AC-Säule (Stadt, Parkplatz) | Typ 2 | 11–22 kW | beim Einkaufen nachladen |
| Schnelllader (Autobahn, Ladepark) | CCS | 50–400 kW | Kaffeepause: 10–80 % in ~20–40 min |
| Notladung an der Haushaltssteckdose | Schuko | 2,3 kW | nur für den Notfall – sehr langsam |
Diese Stecker brauchst du (fast) nie mehr
Schuko
Die normale Haushaltssteckdose lädt mit max. 2,3 kW – als Dauerlösung ungeeignet (Wärmeentwicklung!), aber als Notnagel okay.
Typ 1
Alter AC-Standard aus USA/Asien (bis 7,4 kW). In Europa nur noch bei betagten Import-Fahrzeugen zu finden.
CHAdeMO
Japanischer DC-Standard (bis 100 kW), z. B. beim älteren Nissan Leaf. Wird an neuen Ladeparks kaum noch angeboten.
Tesla-Stecker (alt)
Frühe Tesla nutzten einen eigenen Anschluss. Aktuelle Tesla laden längst über CCS – auch an den Superchargern.
Gut zu wissen rund ums Laden (Stand: August 2026)
Plug & Charge: anstecken = bezahlt
Dank ISO 15118 erkennt die Säule dein Auto automatisch – kein App-Gefummel, keine Karte. Unterstützt wird das schon von Ionity, dem EnBW-HyperNetz (in Österreich: Smatrics EnBW) u. a. sowie vielen Marken von BMW über Hyundai bis VW. Achtung: Manche Netze bieten vorerst „AutoCharge“ – funktioniert ähnlich, ist aber technisch nicht dasselbe. Neue öffentliche Ladepunkte müssen ISO 15118 im Zuge der EU-AFIR-Vorgaben künftig unterstützen.
11 oder 22 kW an der Wallbox?
Einphasig sind in Österreich laut den technischen Anschlussbedingungen (TAEV) max. 16 A ≈ 3,7 kW erlaubt. Jede Wallbox darüber ist beim Netzbetreiber meldepflichtig; 11 kW (3×16 A) werden in der Regel problemlos akzeptiert und laden über Nacht jedes E-Auto voll – deshalb der Standard. 22 kW brauchen die Zustimmung des Netzbetreibers und bringen zu Hause selten Vorteile, weil viele Autos ohnehin nur 11 kW AC können.
Ladeverluste: Schuko kostet echtes Geld
Der aktuelle ADAC-Test (08/2026) zeigt: An der Haushaltssteckdose gehen je nach Auto 13 bis 24 % des Stroms verloren, an der 11-/22-kW-Wallbox unter 7 %, beim DC-Schnellladen zahlst du Verluste praktisch nicht selbst. Eine Wallbox statt Schuko spart also nicht nur Zeit, sondern real Stromkosten – Grund: Die Bordelektronik läuft beim stundenlangen Langsamladen ständig mit.
Ausblick: Megawatt-Laden (MCS)
Für E-LKW kommt der nächste Stecker-Standard: MCS ist auf bis zu 3,75 MW ausgelegt, damit Laster in der 45-Minuten-Lenkpause von 20 auf 80 % laden. In Europa laufen bereits erste Megawatt-Ladeparks (u. a. an der Brennerroute in Südtirol), MAN liefert 2026 die ersten MCS-fähigen Serien-LKW – und im EU-Projekt MILES sind bis 2028 auch Standorte in Österreich geplant. Fürs E-Auto bleibt CCS der Standard.
Quellen: ADAC (Plug-&-Charge-Übersicht 07/2026, Ladeverlust-Test 08/2026), Smatrics-EnBW-Netzausbau (07/2026), Milence/MILES-Programm, TAEV/Netzbetreiber-Anschlussbedingungen. Für die Wallbox-Anmeldung gelten die Vorgaben deines örtlichen Netzbetreibers.
Praktisch weitergedacht: Wie schnell dein Wunschauto per CCS lädt, siehst du in der DC-Spalte unseres E-Auto-Vergleichs – und welcher Ladetarif zu deinem Ladeverhalten passt, verrät der Ladekarten-Finder. Mitglieder leihen sich für unterwegs das mobile 22-kW-Ladegerät (NRGkick) des Clubs aus.
Häufige Fragen zu E-Auto-Steckern
Welche Ladebuchse hat mein Elektroauto?
Praktisch jedes in Europa verkaufte neue Elektroauto hat genau eine Ladebuchse: CCS Combo 2. Ihr oberer Teil ist der Typ-2-Bereich für das AC-Laden, darunter sitzen zwei DC-Kontakte fürs Schnellladen. In diese eine Buchse passen zwei Stecker – der Typ-2-Stecker und der CCS-2-Stecker. Deshalb haben viele Fahrzeuge einen zweigeteilten Ladedeckel.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 2 und CCS?
Typ 2 und CCS sind zwei verschiedene Ladestecker für dieselbe Buchse am Auto. Der Typ-2-Stecker belegt nur den oberen Teil und überträgt Wechselstrom (AC) für das Laden zu Hause und an öffentlichen Säulen. Der CCS-2-Stecker nutzt zusätzlich die beiden DC-Kontakte darunter und lädt mit Gleichstrom deutlich schneller.
Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Laden?
Beim AC-Laden (Typ 2) wandelt das im Auto verbaute Ladegerät den Wechselstrom um – dadurch moderate Leistungen von meist 11 kW, ideal für zu Hause. Beim DC-Laden (CCS) sitzt die Ladetechnik in der Säule und der Akku wird direkt geladen – dadurch 50 bis 400 kW und kurze Ladestopps.
Wie lange dauert das Laden eines E-Autos?
An der 11-kW-Wallbox lädt eine typische 60-kWh-Batterie über Nacht komplett voll; von 10 auf 80 % dauert es rund 4 Stunden. Am DC-Schnelllader schaffen aktuelle Autos 10 auf 80 % in 18 bis 40 Minuten. Unser Ladezeit-Rechner auf dieser Seite rechnet es für dein Auto aus.
Brauche ich einen Adapter für ältere Ladesäulen?
In der Regel nein. Typ 2 und CCS decken praktisch alle Ladestationen in Österreich und Europa ab. Nur Fahrer älterer CHAdeMO-Fahrzeuge (z. B. früher Nissan Leaf) müssen gezielt nach passenden Säulen suchen, denn dieser Standard läuft aus.