EMC – ElektroMobilitätsClub

Vorurteile gegen Elektromobilität

  • Wieso kaufe ich für die Stadt einen PS-starken SUV, um die Kinder wenige Kilometer zur Schule zu bringen oder um die Ecke einen schnellen Lebensmitteleinkauf zu tätigen?
  • Wieso muss ich den Kilometer zu Freunden mit dem Auto fahren und verwende nicht öffentliche Busse, das Fahrrad oder gehe zu Fuß?
  • Wieso besitze ich einen Zweit- oder sogar Drittwagen mit fossilem Antrieb?
  • Wieso akzeptiere ich, dass in den letzten unberührten Ecken der Welt um teures Geld nach neuen Erdölvorkommen gesucht wird?
  • Wieso will ich von der Willkür der Erdölindustrie und deren Preisen abhängig sein?
  • Wieso soll man etwas unternehmen um die Belastungen für die Umwelt zu reduzieren?

Energieeffizienz, Treibstoffpreise und Umweltverschmutzung sind viel diskutierte Themen. ALLE Menschen sind davon betroffen – deshalb machen sich auch (fast) alle Menschen Gedanken darüber. Aber haben auch alle etwas dazu zu sagen? Nur wer weiß, wovon er redet, kann auch wirklich mitreden!

Im Folgenden finden Sie viele “Vorurteile” die immer wieder mit der Elektromobilität in Verbindung gebracht werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen im Bezug auf Elektromobilität zu erweitern.

Vorurteil #1: Elektroautos sind teuer

Anschaffungspreise liegen (momentan) noch etwas über denen eines Verbrennerautos. Allerdings können Elektroautos z.B. am Stand elektrisch beheizt werden und man spart sich z.B. den Einbau einer kostspieligen Standheizung. Also hier bitte auch genau die EXTRAS und Ausstattungsvarianten VERGLEICHEN! So kostet z.B. ein Renault ZOE (ohne Akku) nur um ca. 3.000€ mehr als ein vergleichbarer Renault Clio. Der Einstieg in die Elektromobilität ist aktuell bereits unter 20.000€ möglich.

Was jedoch alle Elektroautos gemeinsam haben:

  • extrem niedrige Wartungskosten: Elektroautos brauchen keinen Ölwechsel, haben einen geringeren Bremsenverschleiß (wegen der Rekuperation), brauchen keinen Keilriemen, keinen Turbolader, keinen Zahnriemen und weder die Auspuffanlage noch die Kupplung muss vom Benutzer ersetzt werden. Ein Auto mit Verbrennungsmotor hat 90-fach mehr bewegliche Teile, als ein Elektroauto. Ein Verbrennungsantrieb besteht aus 1400 Teilen, ein Elektroantrieb nur aus 210. Alleine daraus lässt sich schon erahnen, dass die Wartungskosten bei einem Elektrofahrzeug viel geringer ausfallen. Laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) liegen die Werkstattkosten um bis zu 35% unter denen von Autos mit Verbrennungsmotor.
  • Elektroautos sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer und der NoVA befreit. Damit ist ein Elektroauto bereits ab lediglich ca. 12€/Monat (Haftpflichtversicherung) zu betreiben.
  • Beschleunigung wie ein Sportwagen
  • Akkus sind wartungsfrei

Der aktuell „höhere“ Preis ergibt sich aus dem Preis des Akkus. Diese Preise werden aber mit zunehmender Stückzahl durch Serienproduktionsmöglichkeiten deutlich sinken. Der Preis für 1kWh lag 2010 noch bei ca 500€/kWh, 2013 bei ca. 200€/kWh … Tendenz sinkend.

Aktuell verfügen die Akkus über Lebenserwartung von bis zu 2.000 Ladezyklen (Tendenz steigend). Ein Ladezyklus beschreibt die Kapazitätsänderung von Vollladung bis zur vollständigen Entleerung. Ein modernes Elektroauto erreicht bei vollem Akku eine realistische Reichweite von mindestens 150km. Das würde also einer Gesamtlaufleistung des Akkus von bis zu 300.000km entsprechen.

Durch entsprechende Förderungen werden neue Anreize für den Kauf geschaffen. In Norwegen werden z.B. durch solche Förderungsmaßnahmen mehr Tesla Model S als vergleichbare Kleinwägen gekauft.

Über steigende Neuwagenverkäufe kann sich dann auch ein funktionierender Gebrauchtwagenmarkt entwickeln. VW geht für seine E-Autos zum Beispiel von ähnlich hohen Restwerten aus wie für Autos mit klassischem Verbrennerantrieb.

 

Wenn man den Wertverlust eines Elektroautos mit dem eines Autos mit Verbrennungsmotor gleichsetzt, kann man folgende variablen Kosten gegenüber stellen.

  • Ein Verbrennerfahrzeug braucht bei angenommenen 7 Litern Treibstoff auf 100km
    • 7 * 1,40€ = 9,80€ Treibstoffkosten auf 100km.
  • Ein Elektroauto braucht bei angenommenen 15kW Strom auf 100km
    • 15 * 0,18€ = 2,70 Stromkosten auf 100km

Es ist sicher schwer in einem Pauschalurteil zu definieren, ob sich ein Elektroauto im konkreten Einzelfall „rechnet“, da es hier sicherlich auch stark von der Kilometerleistung abhängt.

Einen Gewinner gibt es aber auf jeden Fall: DIE UMWELT!
Denn die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges soll primär nicht nur dazu dienen sich Geld zu ersparen, sondern einen positiven Beitrag für die Zukunft zu leisten, vor allem,  um unseren nächsten Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen …

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #2: Elektroautos haben eine zu geringe Reichweite (besitzen Sie einen Möbeltransporter?)

Die Reichweite moderner Serien-Elektroautos liegt momentan bei TATSÄCHLICHEN 150km (Zoe, Leaf mit 26kWh-Akku) bis hin zu 500km (Tesla mit 85kWh-Akku) bzw. noch weiter bei individuellen Umbauten (rein technisch nach oben keine Grenze).

Der VCÖ hat in einer Studie aus dem Jahr 2014 ermittelt, dass die durchschnittliche Fahrtstrecke pro Tag aber bei nur knapp 36km liegt.

Daraus folgt: ELEKTROAUTOS SIND SCHON HEUTE ALLTAGSTAUGLICH! Sie decken für 80% der Bevölkerung mehr als 80% des Alltagsbedarfs ab.

 

Zu Argumenten, wie: „damit kann ich aber nicht nach Italien auf Urlaub fahren“.

Man KANN … zugegeben, man muss momentan noch etwas planen um Lademöglichkeiten auf der Strecke einzuplanen und man sollte die Anreise bereits als “Urlaub” sehen und nicht als hektisches Übel um das Ziel möglichst schnell zu erreichen.

Aber anders gefragt: Wie oft fährt man pro Jahr nach Italien? Wieso hat man nicht einen eigenen Möbeltransporter vor der Tür stehen, FALLS man mal einen Kasten transportieren muss?

Die Elektromobilität erfordert auch im Kopf ein gewissen Umdenken. Das Fahrzeug sollte einen GROSSTEIL der Mobilität abdecken. Auf Urlaub muss man ja nicht unbedingt mit dem eigenen Auto fahren, oder? Wenn man zu Zweit in den Urlaub fahren möchte wäre es doch toll mit einem spritzigen Cabrio zu verreisen. Und sollte man mit Freunden sowie Sack und Pack verreisen müssen wäre doch oft ein Van praktischer als der eigene 5-Sitzer. Für solche Vorhaben bieten Mietwagenfirmen oder bei bestimmten Modellen die Hersteller Ihres Elektrofahrzeuges die Möglichkeit sich für eine bestimmte Zeit (teilweise sogar GRATIS) ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu mieten. Wenn man sich die Kosten des eigenen PKW ehrlich vor Augen führt, kann sich manchmal schon ein Schnäppchen einer Mietwagenfirma rentieren. Und die haben immer das “passende” Fahrzeug für Ihr Vorhaben!

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #3: Es gibt zu wenige Ladestationen

PRINZIPIELL kann man Strom „an jeder Ecke“ laden (z.B. mit der normalen Schukosteckdose). Da diese aber mit 2kW eine relativ geringe Ladeleistung hat und solche Steckdosen konstruktiv nicht in der Lage sind, dauerhaft über mehrere Stunden mit sehr hohen Strömen belastet zu werden, gibt es Ladesäulen bzw. Wallboxen für zu Hause. Aktuell gibt es in Österreich mit mehr als 3.500 öffentlichen Ladepunkten DOPPELT so viele wie noch vor einem Jahr. Die größeren österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen haben sich zu einer Plattform zusammengeschlossen und werden noch 2016 eine ÖSTERREICHWEITE Lademöglichkeit mit nur EINER LADEKARTE anbieten.

Aktuell gibt es mit Firmen wie SMATRICS oder ELLA Anbieter, die an einem flächendeckenden österreichweiten Hochleistungs-Netz an den Hauptverkehrsrouten (Ladeleistungen meist zwischen 22kW und 43kW AC bzw. 50kW DC) arbeiten.

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #4: Die Steckersysteme sind kompliziert

Die EU hat nach mehrjährigen Diskussionen den sogenannten „Typ-2“-Stecker sowie den „CCS“-Stecker (Combined Charging System) als NORM festgelegt. Dadurch kann man ein Elektroauto unabhängig von Marke und Ort innerhalb Europas laden.

 

Der Ladestecker “Typ-2” wird für WECHSELSTROMLADUNG verwendet (ist für den künftigen Aufbau von Gleichspannungsladesäulen bis zu 30 kW vorbereitet)

  • 1-phasige Ladung: in Österreich wegen möglicher Schieflast nur bis maximal 16A, 3,7kW erlaubt
  • 3-phasige Ladung: bis zu 63A, 43kW

 

Der Ladestecker “CCS / Combined Charging System” (z.B. VW und BMW) wird für GLEICHSTROMLADUNG verwendet

  • bis maximal 50kW

 

Der Ladestecker “CHAdeMO” (bei asiatischen Modellen, z.B. Nissan Leaf) wird für GLEICHSTROMLADUNG verwendet

  • bis maximal 62,5kW (in Österreich derzeit 50kW)

 

Der Ladestecker “SuC / SuperCharger” (beim amerikanischen Modell Tesla) wird für GLEICHSTROMLADUNG verwendet

  • bis maximal 135kW (Proprietäres Netz von Tesla, Besitzer eines Tesla können hier GRATIS laden)

 

 

Momentan werden viele Ladesäulen auf den Hauptverkehrsrouten adaptiert, um ALLE möglichen Steckertypen zu unterstützen. Aktuell werden in Österreich neue “Triple-Lader” montiert, welche Typ-2/CCS/CHAdeMO (43kW/50kW/50kW) unterstützen.

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #5: Der Ladevorgang dauert viel zu lang

Je größer der Akku desto größer die Reichweite. Allerdings muss dieser Akku ja auch wieder gefüllt werden. Wie lange lädt demnach so ein Akku?

Hier bietet sich eine gedanklich analoge Gegenfrage an: wie lange dauert die Befüllung eines Swimming-Pools?

Für die Länge der Ladedauer sind einige Parameter entscheidend:

  • Größe des Antriebsakkus (moderne Antriebsakkus verfügen über eine Kapazität von ca. 20kWh bis hin zu 85kWh)
  • Zur Verfügung gestellte Ladeleistung
    • WECHSELSTROMLADUNG:
      • 1-phasige Ladung: in Österreich wegen möglicher Schieflast nur bis maximal 16A, 3,7kW erlaubt
      • 3-phasige Ladung: bis zu 63A, 43kW
    • GLEICHSTROMLADUNG: CHAdeMO, CCS, Supercharger mit 50kW bis zu 135kW
  • Sonstige Faktoren (wie z.B. Akku- und Umgebungstemperatur)

So benötigt die volle Ladung eines Tesla Model S mit 85kWh-Akku an einer normalen Schukosteckdose (2kW/Stunde) zugegebenermaßen 2 Tage! … natürlich zu lange für den regelmäßigen Gebrauch.

Daher gibt es klarerweise die Möglichkeit, schneller zu laden. Ein Leaf oder ein ZOE können an einer Schnellladestation nach nur ca. 30 Minuten mit 80% Akkukapazität weiterfahren. Da man aber jetzt bei diesen hohen Leistungen nicht mehr einfach den Stecker in eine herkömmliche Steckdose stecken kann und weil Haushaltssteckdosen konstruktiv nicht in der Lage sind, dauerhaft über mehrere Stunden mit sehr hohen Strömen belastet zu werden, gibt es Ladesäulen bzw. Wallboxen für zu Hause. Diese verfügen meist über den in der EU genormten 7-poligen Typ-2 Stecker. Hier werden 5 Pole für die Ladung und 2 Pole für die Kommunikation verwendet. Über diese beiden Pole und Kodierungen in den Kabeln etc. kommunizieren PKW und Ladestation und steuern so den Ladebeginn, die benötigte Stromstärke und das Ende der Ladung. Diese Ladestationen sind somit sehr intelligente An/Aus-Schalter mit vielen Sicherheitsebenen („intelligenter Stromschalter“).

Diese Wallboxen für zu Hause gibt es allerdings auch in mobilen Versionen im Set mit den benötigten Steckeradaptern, und so kann man (den richtigen Adapter vorausgesetzt) an (fast) jeder Steckdose den Akku seines Elektroautos wieder befüllen. Und man muss ja nicht immer vollladen! Oft reicht es, in wenigen Minuten Rast so viel zu laden um locker das Ziel zu erreichen. Dort steht das Auto dann ja mitunter wieder Stunden „unbenutzt“ vor Ort, und diese Zeit kann man dann ja wieder zum Weiterladen verwenden.

Private Autos wurden 2014 laut VCÖ-Experten Mag. Markus Gansterer weniger als eine Stunde pro Tag bewegt. Die restlichen über 95% des Tages stehen sie UNBENUTZT als “Stehzeug” in der Garage oder in der Firma. Diese Zeit kann man optimal nutzen um (auch mit geringerer Ladeleistung) den Akku wieder zu laden.

Es wird hier ein Umdenken stattfinden müssen … man fährt nicht mehr EXTRA zu einer Tankstelle hin um zu tanken, sondern man beansprucht das Laden, wo man sowieso sein Fahrzeug abstellt. Ladesäulen werden daher bei Shoppingcentern, Supermärkten, Park&Ride-Stationen, Hotels, Büros etc. errichtet werden.

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt, VCÖ

 

 

 

 

 

Vorurteil #6: Die leisen Elektroautos stellen eine Gefahr dar

Einige Autos (z.B. Renault ZOE) sind schon heute mit akustischen Warneinrichtungen ausgestattet. Hier wird bis zu einer Geschwindigkeit von 30km/h ein spezieller Ton über einen Außenlautsprecher abgespielt um das Herannahen des Elektrofahrzeuges anzukündigen. Tests haben gezeigt, dass ab 30km/h das Abrollgeräusch der Reifen bzw. das Windgeräusch des Fahrzeuges alleine schon ausreicht, um ein herannahendes Fahrzeug hörbar zu machen.

Je mehr Elektroautos unterwegs sind, desto geringer werden die Lautstärke-Immissionen. Dadurch werden die Elektroautos auch wieder „leichter“ hörbar!

Anzumerken ist weiters noch, dass immer mehr Menschen OHNE ZU SCHAUEN auf die Straße laufen, und zwar vor jeglichen herannahenden Fahrzeugen (also auch Fahrrädern!) … hier nun dem leisen Elektroauto die Schuld zu geben und „lautes Motorengeräusch über Lautsprecher“ als Sicherheit ersatzweise einführen zu wollen, ist in der turbulenten und lauten Zeit aber eher kontraproduktiv.

Anmerkung: Sogar die Formel 1 kommt schon ohne aufheulende Motoren auf ihre Kosten!

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #7: Elektroautos sind langweilig und machen keinen Spaß

Der Vorteil eines Elektroautos liegt in der Tatsache, dass das maximale Drehmoment JEDERZEIT zur Verfügung steht und die Beschleunigung keinem Drehmomentverlauf folgt. Dadurch besitzen selbst kleinere Elektroautos mit niedriger kW-Leistung einen immensen „Abzug“ und machen beim Beschleunigen so richtig METER!

Elektrisches Fahren wird von Vielen überhaupt als „viel angenehmer“ empfunden: Das Elektroauto erzeugt keine Vibrationen, die Beschleunigungswerte überraschen immer wieder und die Laufruhe ist absolut unvergleichbar.

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #8: Es gibt nicht genug Strom (es müssten neue AKW gebaut werden)

Verbrennerfahrzeuge haben einen Wirkungsgrad von ca. 20%. Bei Elektrofahrzeugen wird allerdings 90% der hineingesteckten Energie in Vortrieb umgewandelt. Dadurch sind sie VIEL ENERGIE-EFFIZIENTER. Auch wenn die Zahl der Elektroautos zunimmt steigt der benötigte Strombedarf wegen der großen Effizienz nur in geringem Ausmaß.

 

Hier ein Rechenbeispiel um WIEVIEL der Stromverbrauch STEIGT, wenn 1 MILLION Elektrofahrzeuge (ca. 20% aller angemeldeten Autos) unterwegs sind:

  • Durchschnittsfahrleistung: 12.800km/Jahr (Quelle: Verkehrsclub Österreich)
  • Durchschnittsverbrauch Elektro-PKW: 15kWh/100km (praktischer Erfahrungswert)
  • Das ergibt bei 1 Million Fahrzeugen einen Stromverbrauch von 1.920GWh
  • Im Jahr 2014 wurde in Österreich eine Strommenge von 68.736GWh verbraucht (Quelle: eControl.at)

Der zusätzliche Strombedarf von 1 Million Elektrofahrzeugen in Bezug auf den aktuellen Strombedarf beträgt damit folglich unter 2,8 Prozent!

 

Was noch dazu kommt:

Schon heute reicht eine eigene ca. 10m2 große Photovoltaikanlage, um sein eigenes Elektroauto zu betreiben. Eine übliche 2MW-Windanlage wäre in der Lage genug Strom zu liefern um ca. 1.500 Elektroautos zu betreiben und schon heute werden ca. 70% des österreichischen Stromes nachhaltig produziert.

Die Elektromobilität wird daher ein wichtiges Element der Energiewende.

Da sich Wind, Wasser und Sonne nicht steuern lassen, könnten Fahrzeuge so ANTIZYKLISCH, also entgegengesetzt dem Tagesverbrauch anderer Stromquellen z.B. in der Nacht geladen werden oder auch zur Abdeckung von Energieengpässen herangezogen werden („Vehicle-to-grid“)

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #9: Die Produktion und die Entsorgung der Akkus ist ökologisch bedenklich

Wolfgang Pell vom Competence Center Innovation der Verbund AG meint dazu: „ökologisch bedenklich? Lithium lässt sich zu fast 100% recyclen, verbranntes Erdöl nicht!“

Lithium ist einer der Rohstoffe der Zukunft und ist NICHT Teil der sogenannten „seltenen Erden“. Lithium ist in ausreichenden Mengen vorhanden und vor allem in Chile und Bolivien abgebaut.

Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind am Ende ihres Lebenszyklus nicht mehr den extrem hohen Anforderungen im Elektroauto gewachsen. Sie speichern aber dann immer noch rund 75% Strom und können als STATIONÄRE ENERGIEPUFFER noch über viele Jahre genutzt werden. So hat die amerikanische Firma Tesla Ende April 2015 ein solches Speichersystem angekündigt. Diese Powerwalls stehen für den Heimgebrauch in den Größen 7kWh und 10kWh zur Verfügung und liegen mit einem Preis von 3000$ bzw. 3500$ damit unter vergleichbaren Produkten der Mitbewerber.

Diverse Forschungen gehen zudem in die Richtung, auch alternative Rohstoffe zum Lithium einsetzbar zu machen.

Alles in allem, eine saubere, gut durchdachte Sache mit Zukunft – für uns und für die nachkommenden Generationen!

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

 

 

 

Vorurteil #10: Die Brennstoffzelle ist der Antrieb der Zukunft

Es liegt derzeit im Gespräch, dass die Brennstoffzelle die Zukunft der Mobilität sei, da bei Fahrzeugen mit diesem Antrieb nur noch Wasserdampf aus dem Auspuff kommt und daher als bessere Alternative zur Elektromobilität gesehen wird und man zudem das Problem „leerer Akkus“ entgeht.

Auch wenn der Wasserstoffantrieb in Zukunft durch technische Fortschritte effizienter werden sollte, kann dieser nicht annähernd an den Wirkungsgrad eines batterie-elektrischen Wagens heranreichen, wo der Strom praktisch 1:1 am Motor (abzüglich eines geringen Verlustes an Akku und Leistungselektronik) ankommt und verwertet wird. Ein weiteres Problem des Wasserstoffantriebs sind die bis zum vierfachen höheren Energiekosten bei der Herstellung des Wasserstoffs.

Ein aktuelles batterie-elektrisches Auto kommt bei ca. 15kWh/100km in der Summe mit einem Viertel der Energie eines Brennstoffzellen-Fahrzeuges aus.

Man muss hier auch auf die Klimafreundlichkeit schauen. Denn die Frage ist: „woher der Wasserstoff für die Brennstoffzelle stammt“?

Derzeit wird dieser meist aus fossilem Erdgas hergestellt. Dieses erscheint schon daher nicht sinnvoll, da man eigentlich gleich Erdgas in Gasautos tanken könnte.

Alternativ kommt das Verfahren der Elektrolyse zur Anwendung. Bei der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und dann wieder zu Strom gehen leider bis zu zwei Drittel der Energie verloren. Ein aktuelles Serienauto mit Brennstoffzelle soll für 500 km Reichweite ca. 6kg Wasserstoff benötigen. Das entspricht einem Tank-Volumen von ca. 67 Kubikmetern!!!

Für die Herstellung von EINEM Kubikmeter Wasserstoff per Elektrolyse müssen laut Wikipedia 4,3 bis 4,9kWh an Strom aufgebracht werden.

Macht also ca. 61kWh pro 100km, zuzüglich etwa 12% der Energie zum Komprimieren derselben, insgesamt also ungefähr 67kWh/100 km.

Laut Bericht des Umweltbundesamtes zum Strom-Mix 2013 (366g CO2/kWh) entspricht das knapp 250g CO2 pro Kilometer. Damit ist DAS eines der KLIMAFEINDLICHSTEN Fahrzeuge überhaupt.

 

Quelle: Österreichisches Umweltbundesamt, Heise.de (Gregor Honsel)

Vorurteil #11: Elektroautos können leicht entflammen

Ende 2013 war in den Medien von Bränden von Elektroautos zu lesen und als Folge dieser Berichte wich die Euphorie der Skepsis, dass Elektroautos UNSICHER seien.

Diese Angst vor dem Batteriefeuer ist aber absolut UNBEGRÜNDET.

 

Hier einige Zahlen zu Autobränden:

  •  Österreich: Laut Feuerwehrbericht brennen pro Tag ca. 4 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Österreich
  • Deutschland: Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft gab es im letzten Jahr mehr als 15.000 registrierte Brandfälle. Insgesamt sind es sicher mehr, denn dazu kommen ja noch Brände von Autos ohne Kaskoversicherung (und das sind ca. 25% des PKW-Bestandes). Die Dunkelziffer liegt bei ca. 40.000
  • USA: ca. 150.000 Brände pro Jahr (das sind immerhin 17 pro Stunde)

 

Wie sicher sind Elektroautos?

“Sehr sicher”, sagt Gerhard Hörpel vom Batterieforschungszentrum MEET der Universität Münster. “Ein Elektroauto bereitet mir weniger Sorgen als eines mit Benzinmotor.” Hörpel betont, dass eine korrekt gefertigter Akku weder von allein, noch beim Laden in Flammen aufgehe. Das Managementsystem verhindere eine Überladung.

Beim ersten Brand eines Tesla Model S ist damals ein massives Metallteil von unten in den Akku eingedrungen, die diese Reaktion hervorrief. Ein vergleichbares und simuliertes Szenario ist seither normaler Bestandteil des sogenannten abuse-Tests (Englisch für “Missbrauch”) am MEET. Ihm müssen sich alle neu entwickelten Zellen stellen. Dabei wird ein Nagel durch Anode, Separatorfolie und Kathode getrieben und so ein abrupter Kurzschluzeit.dess erzwungen. In den meisten Akkuzellen folgt dann eine Reaktion, die die Wissenschaftler Thermal Runaway nennen – es fängt langsam an zu brennen.

Die Bedenken – oder gar die Warnung vor möglicherweise gefährlichen E-Autos – wirken vor allem dann übertrieben, wenn man sich vor Augen führt, dass vor noch nicht langer Zeit VW Käfer herumfuhren, deren Tank faktisch ungeschützt in der Crashzone des Vorderwagens eingebaut war. Heute fürchten manche Feuerwehrleute das entzündliche Kältemittel R1234yf in der Klimaanlage mehr als das Benzin im Tank.

Gleichzeitig wird das Handy, dessen Akku sich nicht grundsätzlich von dem in Elektroautos unterscheidet, bedenkenlos an den Kopf gehalten und in die Hosentasche gesteckt.

 

Quelle: Zeit Online (Christoph M. Schwarzer)

Vorurteil #12: Akku mieten ist besser/schlechter als kaufen

Es gibt auch Fahrzeughersteller, welche den Antriebsakku nicht gemeinsam mit dem Fahrzeug VERKAUFEN (hätte den Vorteil, unabhängig vom Hersteller zu sein bzw. frei über den Antriebsakku verfügen zu können), aber anstelle dafür den Akku VERMIETEN.

Dies hat den Vorteil, dass der Kaufpreis des Autos in einem erträglichen Maß bleibt. Ähnlich einem Handyvertrag kommen dann monatliche Akkumietpreise in der Höhe von 50€ bis ca. 140€ (abhängig von der jährlichen Kilometerleistung) dazu.

Der VORTEIL in dieser Akkumiete liegt aber sicher darin, dass man sich um den Antriebsakku und deren Restkapazität „keine Gedanken“ machen braucht.

Beim Wiederverkauf des Fahrzeuges GARANTIERT der Hersteller eine entsprechende Restkapazität (meist 75%). Sollte diese nicht mehr vorhanden sein, so wird der Akku auf Kosten des Herstellers getauscht oder repariert. Solche Garantien gibt es auch bei Kaufakkus, aber nur für bestimmte Dauer bzw. Kilometerleistung.

Ein weiterer Vorteil liegt sicher auch darin, dass bei Entwicklung einer neueren (besseren) Akkugeneration ein Austausch des Akkus nach Ablauf des Vertrages (Laufzeit zwischen 12 und 36 Monaten) möglich sein wird.

Man behält sich (besitzt) also nur die Auto-„Hülle“ und der Antriebsakku kann gemäß dem entsprechenden technischen Stand gemietet werden. So ist es zum Beispiel durchaus vorstellbar, dass man in Zukunft zwischen einem billigeren kleinen Akku (geringere Reichweite) oder einem teureren größeren Akku (größere Reichweite) wählen wird können.

 

Vorurteil #13: Das Verparken von Ladesäulen ist (l)egal

Die Anzahl der öffentlichen Ladesäulen ist zurzeit noch sehr überschaubar.
Daher ist es sehr unangenehm für Elektrofahrzeugbesitzer, wenn die dringend notwendige Ladesäule von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor VERPARKT wird.

Vielen Fahrern von Autos mit Verbrennungsmotor ist leider gar nicht bewusst, dass sie durch ihr Verhalten die Weiterfahrt von Elektrofahrzeugen verhindern.
Das wäre vergleichbar, wenn man ein Fahrzeug bei der herkömmlichen Zapfsäule abstellt und erst nach Abschluss seiner allfälligen Erledigungen den Platz wieder verlässt.

Bei vielen Ladesäulen ist mittlerweile schon ein solches oder ähnliches Verbotszeichen angebracht:

Parkverbot

Verparkt man eine solche Säule, muss man mit einer Anzeige rechnen (analog den Behindertenparkplätzen)

Weiters soll hier auch angemerkt werden, dass analog dazu Elektrofahrzeuge NACH DEM LADEN von der Ladesäule möglichst rasch wieder entfernt werden sollten, um weiteren Fahrzeugen schnellstmögliche Nachladung zu ermöglichen.

 

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Haltverbot

Vorurteil #14: Ein Elektromotor hat keine wirklichen Vorteile

Energiebilanz für das Elektro-Fahrzeug:
Wenn z.B. eine Ladestation 10kWh in die Fahrzeugbatterie speichert, können nur etwa 4% als Akkuverlust für das Thermo-Management angesetzt werden.
Der Wirkungsgrad eines hochwertigen Elektromotors liegt hingegen über 94%. Nebenaggregate dürften nicht mehr als 4% verbrauchen, d.h. der Gesamtwirkungsgrad liegt einschließlich der Brems-Energierückgewinnung (Rekuperation) in der Nähe von 85%. Somit kommen an den Antriebsrädern von den 10kWh immerhin noch circa 8,5kWh an!

Vorteil des Elektroantriebs:
Hier erkennt man neben der Abgasfreiheit sofort die gravierende Überlegenheit des E-Fahrzeuges, da bei diesem neben dem viel höheren Wirkungsgrad des Elektromotors von über 90% die Bremsenergie zu über 80% mittels REKUPERATION in den Antriebsakku zurückgespeist werden kann, indem beim Bremsen der E-Motor in den Generatorbetrieb umgeschaltet wird. Es wird also dadurch eine Rückladung beim Bremsen erwirkt, wo hingegen ein verbrennungsgetriebenes Fahrzeug diese als Energie durch das Bremsen vernichtet, geschweige denn rückverwertet!

HINWEIS: Zur Verbrennung von 1kg Benzin werden 15kg Sauerstoff benötigt. Hieraus wird deutlich, weshalb ein Auto mit etwa 55 Liter Benzin ca. 800km fahren kann, denn der rund 15-fache Anteil des zur Verbrennung nötigen Sauerstoffs wird beim Fahren laufend der angesaugten Luft entnommen, beim Elektroauto muss dagegen die gesamte Energie in dem Antriebsakku mitgeführt werden, was Dimension und Gewicht derselben begründet.

Energiebilanz bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor:
Von den 10kWh, die in einem Liter Benzin enthalten sind, bleibt an den Antriebsrädern nur ein knappes Fünftel = 1,8kWh übrig, ein bescheidener Wirkungsgrad also.
Der Energieinhalt von 1 Liter Benzin ist etwa 10kWh. Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors kann daher ca. 20% bezeichnet werden. Wird das Fahrzeug zum Stillstand abgebremst, verwandelt sich die kinetische Energie in nutzlose Wärme. Beim Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kann man sagen, dass etwa 80% der im Kraftstoff enthaltenen Energie zu nichts anderem umgewandelt wird, als die Umwelt aufzuheizen. Und das auf drei ganz verschiedenen Wegen:

Den größten Anteil an den Verlusten haben die Auspuffgase (43% Verlust).
Der Motor selbst ist natürlich auch eine Verlustquelle, denn er muss, damit er sich nicht überhitzt, ständig gekühlt werden (27% Verlust).
Aber auch ohne die Verluste durch das Kühlwasser verliert der Motor Wärmeenergie an die Umgebung (9% Verlust).
Von der Kurbelwelle zu den Antriebsrädern gehen weitere 3% verlustig, sodass für den ANTRIEB 18% der hineingesteckten Energie übrigbleiben.

 

Quelle: MX-Electronic  (Prof. Dr. Ing. Peter Marx)

Alles in allem ist die Elektromobilität eine saubere und gut durchdachte Sache mit Zukunft – für uns und für die nachkommenden Generationen!