EMC – ElektroMobilitätsClub

Wenn Elektroautos Elektroautos die Ladesäulen verstellen (1/2)

blockierter SuperchargerLeider passiert es immer wieder, dass man mit seinem Elektroauto zu einer Ladesäule kommt, und diese ist durch ein Auto mit Verbrennungsmotor verparkt. Nicht selten geschieht dies aus purer Ignoranz und die Ladesäulen sind ja oft nur allzu verlockend direkt vor dem Eingang des zu betretenden Gebäudes positioniert. Außerdem stünde man ja schließlich eh nur “kurz” da um “schnell” etwas zu erledigen. Auch rechtfertigen sich die Fahrer dieser Fahrzeuge mehrfach mit dem Argument: “da steht ja eh nie ein Elektrofahrzeug…”.

Ja und? Nur weil jemand noch selten eines gesehen hat, bedeutet dies nicht, dass es keines gibt. Wir Elektroautofahrer sind manchmal auf genau DIESE Lademöglichkeit angewiesen.

Ein anderer Grund, dass die Ladesäulen verparkt werden, ist schließlich auch die Unwissenheit der Fahrer und die teils schlechte Kennzeichnung der Flächen. Viele Autofahrer halten Ladesäulen noch immer für Stromverteilerkästen, Postverteiler oder ähnliches und der schon oft vom EMC geforderten Beschilderung “HALTEN UND PARKEN VERBOTEN – AUSGENOMMEN ELEKTROAUTOS WÄHREND DES LADENS” bzw. einer entsprechend auffallenden (grünen) Bodenmarkierung wird leider nicht immer entsprochen.

Leider vermeiden viele Firmen auch die Konfrontation mit den Kunden. Denn um einen Kunden nur ja nicht zu vergraulen, der UNERLAUBT auf einem Ladeplatz parkt, wird diese UNART leider sehr oft geduldet. Hier nimmt man wirklich billigend in Kauf, dass der Elektroautofahrer nicht laden kann. Dass man sich auf diese Art und Weise aber auch Kunden vergrault, dürfte diesen Firmen zwar bewusst sein, aber da diese in der Minderheit sind, nimmt man es in Kauf.

Es gibt allerdings leider auch mehrere Gruppen von Elektroautofahrern, die uns das Leben schwer machen. Dabei handelt es sich um jene Fahrer, die entweder nach dem Laden die Ladesäule nicht frei machen (getreu dem Motto: “Hauptsache MEIN Akku ist voll”), der Gruppe, die zur Ladesäule hinfährt OHNE zu laden und jener Gruppe die “falsch” lädt.

Beginnen wir bei Gruppe 1. Jeder, der schon einmal in die Situation gekommen ist, mit den letzten Elektronen eine Ladesäule erreicht zu haben weiß, wie ernüchternd es ist, wenn diese dann besetzt ist. Hier sollte sich JEDER Elektroautofahrer an der Nase nehmen, und dafür sorgen, dass nach dem Ladeende die Säule SO RASCH ALS MÖGLICH verlassen wird, um dem Nächsten das Laden zu ermöglichen. Es ist dabei auch zu überlegen, ob eine Ladung auf 100% WIRKLICH nötig ist. Ab einem Akkustand von ca. 80% reduziert sich die Ladeleistung dramatisch und es kann schon mal eine Stunde dauern, bis die letzten 5% in den Akku getropft sind. Im Wissen, dass sich ein Li-Ion-Akku im Bereich von 20-90% am wohlsten fühlt, macht das Laden auf 100% (außer bei Langstreckenfahrten wo es auf jeden Kilometer ankommt) meist nicht viel Sinn.

An dieser Stelle möchte ich auch auf die Bitte zur Verwendung der altbekannten LADESCHEIBE  hinweisen. Für Leser, die nicht wissen, was eine LADESCHEIBE ist: hierbei handelt es sich um eine – ähnlich einer Kurzparkzonen-Parkscheibe aufgebauten – Uhr (meist in grün), bei der der Fahrer das VORAUSSICHTLICHE LADEENDE einstellt. So kann sich ein Ladewerber ungefähr richten, wann die Säule wieder frei wird. Zusätzlich ist auf der LADESCHEIBE meist eine Kontakttelefonnummer angebracht, unter der man mit dem Fahrzeugbesitzer rasch in Kontakt treten kann, wenn zum Beispiel ein wichtiger Ladegrund vorliegt. Positiv erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch das Projekt unseres EMC-Mitglieds Stephan Herschel. Dieser hat eine DIGITALE LADESCHEIBE für das Smartphone entwickelt, welche unter http://www.unplugsticker.eu aufrufbar ist. Vorteile für Clubmitglieder werden gerade ausverhandelt und in einem eigenen Beitrag veröffentlicht.

Die Gruppe 2 bedarf eigentlich keiner näheren Erklärung. Das Verhalten, sich OHNE ZU LADEN vor eine Ladesäule zu stellen, ist einfach nur EGOISTISCH UND ASOZIAL!

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P.S. das Foto im Beitrag ist selbstverständlich eine gestellte Situation 😛

(c) Gert Scherhammer

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